Familienalltag

Über meinen Tag Auszeit

Hallo – schön, dass Du da bist!

In den letzten Tagen ach eigentlich Wochen habe ich immer häufiger den Drang nach einer Auszeit gespürt. Ohne groß darüber nachzudenken habe ich diesen Drang dann beiseite geschoben. Mit dem Ergebnis, dass er immer häufiger und in immer größerem Umfang zurückgekommen ist. Das lies mich dann doch nachdenken, lies mich in mich hinein hören, lies mich aufhorchen. Was soll ich tun, wie soll die Auszeit aussehen und vor allem wann soll ich mir diese Auszeit nehmen. Schließlich bin ich Mutter, Ehefrau und berufstätig. Ach ja und ich habe Termine, einen Haushalt und Hobbies. Aber das sollte mir egal sein, wenn ich über meine Auszeit nachdenke. Also eine Woche Wellness-Yoga-Hotel an der Nordsee. Ja, dass wäre ein Traum! Aber diesen Traum lasse ich noch einige Zeit in meinem Kopf und suche mir eine Auszeit, die sofort und ohne schlechtes Gewissen umsetzbar ist. Ist es Zufall, Schicksal oder einfach die wunderbare Aufmerksamkeit des Lieblingsmannes? Vermutlich sorgte das letztere dafür, dass eines meiner Geburtstagsgeschenke ein Gutschein für einen Saunatag samt Massage im Inselbad Bahia in Bocholt gewesen ist. Der Tag war schnell gefunden und ich in voller Vorfreude.

Nach dem Familienfrühstück machte ich mich dann mit den Worten „..habt einen schönen Männertag, wir sehen uns irgendwann am frühen Abend wieder…“ auf den Weg. Allein schon das Gefühl, nicht zu einer bestimmten Uhrzeit wieder zu Hause sein zu müssen tat mir gut. Es verbreiterte in mir eine gewisse Leichtigkeit und Ruhe.

Zum letzten Mal bin ich vor etwa drei Jahren in der Sauna des Inselbades Bahia gewesen und ich hatte nur gute Erinnerungen daran. Auf dem Weg nach Bocholt lief unter anderem Sarah Connor – Das Leben ist schön – im Radio. Eines meiner Lieblingslieder von ihr und es bringt mich jedes Mal zum nachdenken. Und zwar jedes Mal über andere Dinge, die mich gerade beschäftigen, mich bewegen. Aber jedes Mal denke ich dann „…das Leben ist schön“. Denn genau so empfinde ich es auch dann, wenn mal nicht alles so läuft wie ich es mir vorstelle, mir wünsche, mir erhoffe.

Meine Auszeit vom Alltag beginnt mit einer entspannenden, erholsamen Massage bei der ich die Ruhe genieße und es tatsächlich schaffe meine Gedanken vorbeiziehen zu lassen. Na ja fast jedenfalls. Denn ein Gedanke verweilt ein bisschen länger, bevor er vorbei zieht. Der Gedanke, dass ich mir solche Auszeiten häufiger gönnen sollte. Und der Gedanke hat seine Daseinsberechtigung und darf gerne länger verweilen. Tiefen entspannt schlendere ich nach der Massage durch die Saunalandschaft. Einiges hat sich in den letzten drei Jahren verändert. So ist beispielsweise ein wirklich sehr schönes Holzhaus erbaut worden, in dem sich ein Ruhebereich über zwei Etagen erstreckt. Beim Anblick dieses Hauses kam mir der Gedanke, dass ich mir ein Haus in  genau solch einer Bauweise als Heim für unsere kleine Familie vorstellen kann. Am liebsten umgeben von hohen Bäumen und gleichzeitig einer Sonnenterrasse.

Die Baumhaussauna, in der um 12 Uhr eine Klangzeremonie stattfinden soll kannte ich hingegen schon. Und ich konnte mich sofort an die Entspannung und die weite Aussicht erinnern. Somit stand meine nächste Entspannungseinheit fest, die ich einfach nur weiterempfehlen kann. Ja du musst dich auf die Klangschalen einlassen können, dann wird es ein tiefen entspannter Saunagang. Die anschließende Ruhepause habe ich im Saunagarten mit warmer Frühherbstsonne geniesen können. Und das es an diesem Fleckchen Erde tatsächlich keinen Handyempfang gibt, konnte ich mich sogar auf mein Buch konzentrieren (Adler Oldsen – Verheissung).

Der nächste Saunagang mit Aufguss fand um 13 Uhr unter dem Motto „Relax Aufguss“ statt. In der Beschreibung steht dazu „Entspannungsmusik und leichte Wedeltechniken“, aus den leichter Wedeltechnik wurde zwar mittlere bis kräftige aber zusammen mit der Entspannungsmusik war es ein gelungener Saunagang.

Ich könnte jetzt noch von meinem Mittagessen auf der Terrasse, meinem anschließenden Mittagsschlaf in der Sonne und den weiteren Saunagängen berichten.

Viel lieber möchte ich aber noch schreiben, dass mir der Tag einfach gut getan hat. Ich bin entspannt, gestärkt und mit schönen Gefühlen in mir nach Hause zu meinen Lieben gefahren. Und ich habe auf dem Rückweg beschlossen, dass wir auf jeden Fall in diesem Jahr nochmal Urlaub mache sollten. Es muss nichts Großes sein. Hauptsache raus aus den eigenen vier Wänden, ein gedeckter Frühstückstisch, ein Schwimmbad, Sauna und Möglichkeiten für lange Spaziergänge und gemeinsame Abenteuer, Somit wird es nun ein Kurzurlaub in Bensersiel Ende Oktober, auf den ich mich schon sehr freue. Und bis dahin ist mit Sicherheit nochmal Gelegenheit für einen Tag Auszeit für mich.

 

In diesem Sinne – alles Liebe!

 

Nancy

 

Irgendwie sollte ja jeder Blogpost ein Foto beinhalten. Somit habe ich für diesen Post ein Foto von unserem heutigen Spaziergang gewählt – die Jugendburg Gemen.

 

 

 

 

 

Über small Pauls Eingewöhnung im Montessori Kinderhaus 

Als erstes möchte ich etwas klarstellen. Am 12. August habe ich bei Facebook, Instagram und im WhatsApp Status gepostet, dass der Blogpost 12 von 12 im August fertig ist. Und so war es auch. Der Post ist fertig und online gewesen – definitiv! Aber heute musste ich feststellen, dass der Post nur sehr rudimentär in den Entwürfen gespeichert war. Was ist passiert, wieso ist der Text weg? Ihr Lieben, ich habe keine Antwort auf diese Frage mit mindestens fünf Fragezeichen. Das betrübt mich, zumal es auch ein aus meiner Sicht schöner 12 von 12 Post gewesen ist.

Shit Happens und jetzt nicht mehr zu ändern.

Deswegen komme ich nun zum Thema dieses Postes.

Nach einer mit vielen schönen Tagesausflügen gefüllten Urlaubswoche zu dritt war es am 15. August so weit. Small Pauls erster Eingewöhnungstag im Montessori Kinderhaus und gleichzeitig der Beginn eines neuen Lebensabschnittes für ihn und uns.

Ich schiebe das Fazit mal sofort hier ein: der kleine Mann hat die Eingewöhnungstage einfach nur toll gemeistert! Er macht es so gut – und das ist jetzt nicht nur ein Blick durch die Mutterbrille.

Natürlich gab es einige Tränen, als ich mich dann zwischendurch verabschiedet habe. Aber gefühlt sind seine Tränen schneller getrocknet als meine. Bereits am vierten Tag hat er sich selbst entschieden, mit den anderen Kindern gemeinsam Mittag zu essen und erst dann mit mir nach Hause zu fahren. Und in der zweiten Woche ist er ab mittwochs bis zum frühen Nachmittag geblieben. Die morgendlichen Abschiede verliefen täglich anders. Mal ganz schnell, weil der Hunger auf das Marmeladenbrot so groß war. Genauso gut sind aber Tage dabei gewesen, an denen Mama noch ein viertes und fünftes Buch vorlesen „musste“. Und es gab einen Morgen, an dem ich mich nicht trennen konnte. Ich musste einfach den Anblick des friedlich und hoch konzentriert spielenden small Pauls eine lange Weile genießen, aufsaugen und speichern.

Nach neuen Tagen Montessori Kinderhaus bin ich froh, dass wir dort für small Paul einen Platz bekommen haben. Jede Erzieherin und jeder Erzieher sind so herzlich, geduldig und nehmen sich Zeit für Kind und Eltern. Sie lassen den Kindern Zeit und große Freiräume und geben ihnen ganz viel Wärme und Zuneigung. Sie geben mir das gute Gefühl, dass small Paul dazu gehört und dort geborgen ist.

Heute ist nun sein erster langer Tag im Kinderhaus gewesen. Lang bedeutet von 7 Uhr am morgen bis 15:30 Uhr am Nachmittag. Gleichzeitig war es der erste Tag an dem der Lieblingsmann und ich small Paul zusammen zur Kita gebracht haben. Der erste Tag, an dem er das erste Kind am morgen gewesen ist und auch mein erster Arbeitstag nach drei Wochen Urlaub. Ja, der kleine Mann hat unsere innere Aufregung gespürt und sich heute am sehr frühen morgen nochmal eine extra große Portion Nähe geholt und auch bekommen. Aber ganz ehrlich: wenn er diese momentan braucht, dann bekommt er sie auch. Ganz egal wir früh oder spät es ist.

Gegen Mittagsschlaf im Kinderhaus „wehrt“ er sich momentan noch erfolgreich – obwohl er mittags mehr als müde ist. Aber jedes Mal wenn er merkt er könnte gleich einschlafen dreht und wendet er sich, setzt sich wieder hin oder fängt an zu erzählen. Somit ist er dann heute Nachmittag völlig ko dirket im Auto eingeschlafen. Die Erzieher sind der Meinung, dass small Paul noch einige Zeit braucht um für sich einen Mittagsschlaf in der Kita zu akzeptieren. Bis dahin wird er vermutlich einfach nach dem Abholen ein Nickerchen im Auto machen.

 

Mit einem Schnappschuss aus dem Wildpark Frankenhof sende ich euch liebe Grüße

 

Eure Nancy

 

 

 

Über den Wunsch die Zeit anzuhalten

Ihr Lieben, am Donnerstag habe ich auf dem Weg vom Büro zum Zug mit small Paul telefoniert.

„Hallo Mama… Oma  einkaufen…Oma Paul bezahlen…Tschüss Mama…Bis später…“

Tief durchatmen! Wann hat small Paul so deutlich sprechen gelernt? Was ist passiert, wo ist die Zeit geblieben?

In genau diesem Moment habe ich mir gewünscht, dass die Zeit einfach stehen bleibt. Seien wir mal realistisch: es geht nicht!  Ich kann die Zeit weder anhalten noch zurück drehen. Eigentlich schade…Oder auch besser so?  Ja, es ist besser so. Denn wann wäre dann der richtige Moment, die Zeit weiterlaufen zu lassen. Und da es auch diesen Moment nicht gibt ist es gut so, dass ich die Zeit nicht anhalten kann. Aber ich kann den Moment in mir aufsaugen, ihn konservieren und in mir als Erinnerung festhalten. Und ich kann ihn mit euch teilen, euch daran teilhaben lassen.

Es sind genau diese Momente, die mich nach einem stressigen Arbeitstag zurück holen in den Alltag als Mutter, Frau, Ehefrau und in den Feierabend. Und es sind die Momente, die mich glücklich und zufrieden machen. Pure Glücksmomente.

 

Ein Teil der Familie

 

Auch dies war eines der Glücksmomente. Small Paul hat mit einer liebevollen Ausdauer Sofa und Sessel für die „vorhandenen“ Familienmitglieder gebaut und dann die Plätze verteilt. Als alle ihren Platz hatten sagte er zu mir „Mama Foto“. Ich bin so gerührt gewesen von dieser Aufforderung, diesem Moment und diesem Werk, dass ich kurzzeitig wieder den Wunsch verspürte, die Zeit anzuhalten.

In welchen Momenten und Situationen verspürt ihr diesen Wunsch?

 

Seid lieb umarmt

Eure Nancy